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Unreitbares Pferd, Koppen und Nierenprobleme

Kategorien: Fallberichte

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Eingesandt von Monika Hornburg 2012

12-jähriger Oldenburger Schimmel-Wallach.

Anamnese:

  • völlig unreitbar, unlongierbar. Vermutlich wurde er beim Anreiten misshandelt und ausgebunden.
  • Koppelunfall vor ½ Jahr
  • Koppen
  • Neigung zu Koliken, insbesondere Gaskoliken
  • Der Harnabsatz viel, bei teils dunklem Urin. Ich vermutete ein Nieren-Problem.

Er stand bis vor Beginn der Behandlung nur auf der Koppel. Ich wurde gerufen, um ihm noch eine Chance zu geben. Vielleicht würde es gelingen, ihn mit manueller Therapie reitbar zu „machen“

Inspektion: Von der Psyche wirkte er auf mich sehr instabil, bei ungewohnten Geräuschen schoss er aus der Box aufs Paddock und wieder zurück. Genauso schoss er an der Longe plötzlich los oder stieg. Außerdem koppte er und neigte zu Koliken, insbesondere Gaskoliken. Der Harnabsatz war viel, bei teils dunklem Urin. Impfung nur Tetanus und 3 mal jährlich eine Wurmkur. Besonders auffällig waren die Vorderhufe, die flach auseinander laufend waren.

Reiterliche Probleme: Problem Linksbiegung, lt. Besitzerin (Physiotherapeutin) Beckenschiefstand.

Tast- und Testbefund: Triggerpunkte im Bereich C1 und C2 an der Schulter und im Lendenwirbelbereich. Kalte Abstrahlung ab Karpalgelenke abwärts. AOÜ-und Atlasblockierung extrem, Zahlreiche Blockierungen in der HWS und vor allem in der cranialen Hälfte der LWS. Becken- Torsion- und Lateralflexion. ISG-Blockierung beidseits. Kiefergelenk- Zungenbein- und Diaphragma-Läsion.

Starke Vertiefung am Ma 45, was auf eine Leere im Magen-Meridian hinweist.

Der energetische Befund zeigte Unterenergien in He, Ni und 3E und Magen, Überenergien in der Blase.

Therapie:

  • Tonisieren der schwachen Meridiane. Beim Herz-Meridian zeigte das Pferd eine besonders heftige Reaktion.
  • Entspannung der Nackenmuskeln mit der Spindelzelltechnik, die auch von der Besitzerin als Hausaufgabe weitergeführt wurde.
  • Homöopathische Nieren-Kur mit Berberis, Solidago, Silicea.

Nach Abschluss der Behandlung blieb bei jeder Kopfbewegung ein schnappendes Gefühl lateral auf dem Atlas zurück. So als wäre dort ein fingerdicker Sehnenansatz, der über den Wirbel springt. Eine weitere Vermutung wäre eine Verhärtung der Nackenmuskeln nach einer Verletzung, vielleicht durch das Einreiten oder den Koppelunfall. Eine weitere Vermutung wäre eine Verletzung beim Anreiten, so dass er unreitbar wurde, weil er sich gegen jede Art der Kopfführung wehren musste.

Als Hausaufgabe machte die Besitzerin den „kleinen Kreislauf“, die Energiemassage der Beine und Massage der Glutaealmuskeln, Grünlicht-Bestrahlung des Atlas-Bereichs. Außerdem wurde mit viel Geduld und ohne Druck ein fachkundiges Handarbeitstraining begonnen. Weitere Empfehlung: Eisen runter und alle 4 Wochen eine Korrektur durch einen Hufpfleger.

2. Besuch, Nachkontrolle nach 3 Wochen

Positiv verändert hat sich die Längsbiegung, Das Becken steht wieder gerade. Und zu meinem Erstaunen fühlte ich kein Schnappen des sehnigen Ansatzes über C1 mehr, keine Triggerpunkte mehr. Urin wieder hell. Leichte Atlas-Läsion, aber kein Vergleich zum ersten Termin. Neue Läsionen von Sternum, Sacrum und Patella, die vermutlich durch die anderen Läsionen „verdeckt“ waren und sich erst durch die osteopathische Behandlung zeigten.

Der energetische Befund hatte sich positiv verändert.

Die physische Situation hatte sich verschlechtert, evtl. durch den neuen Nachbarn mit dem er sich nicht verträgt (er wies viele Bisswunden auf) oder durch die neuen Anforderungen. Auffällig war, dass er auch beim Fressen koppte. Hier empfahl ich, das Heunetz weg zulassen, da er sich in meinen Augen darüber ärgerte, nicht schnell genug an sein Futter zu kommen. Die Besitzerin wollte meinen Rat aber nicht umsetzen, da sie Angst hatte, er würde dann zu schnell fressen und wieder Koliken entwickeln. Kinesiologisch ausgetestet und empfohlen wurden Lycopodium c 30 und Nux vomica D 12. Außerdem empfahl ich eine homöopathische Leberkur. Muskuläre und sonstige Hausaufgabe: 2 mal wöchentlich Massage der Kniemuskeln, sowie NLP für M. Quadrizep durch die Besitzerin. Täglich Akupressur Ma 45 und He 9.

Stand nach 6 Wochen

Das Heunetz ist jetzt seid 2 Wochen doch weg und er frisst sein Heu sehr viel langsamer als mit Netz. Das Koppen ist um die Hälfte zurückgegangen und ich habe die Hoffnung, dass wenn der Nachbar Ende des Monats auszieht, sich die Situation nochmals bessert.

Laut Trainer ist die Knieproblematik deutlich besser. Die Vertiefung auf Ma 45 ist fast weg. Das Pferd ruht viel mehr in sich. Die Fluchtreaktionen in Box und Paddock sind weg, bei der Handarbeit lässt er sich ohne Stressreaktionen fordern, auch Trab und Galoppwechsel ohne Flucht oder Steigen und sogar ein Schulterherein geht bereits. Die Hufe haben wieder ein normales Aussehen. Das ganze Pferd hat sich verändert und macht einen anderen Eindruck.

Zwischenzeitlich wurde noch eine Zahnbehandlung durchgeführt.

Ich finde, dies ist auch ein schönes Beispiel für eine gute Zusammenarbeit aller Personen, denn ohne die geduldige, disziplinierte Arbeit des Trainers und den Hufpfleger und die Massagearbeit der Besitzerin wäre dieser Erfolg nicht möglich. Für die Besitzerin hoffe ich, dass sie bald ihr erklärtes Ziel, ihr Pferd reiten zu können, umsetzen kann.