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Kraniosakrale Therapie bei Pudel mit Krampfanfällen und Hyperaktivität

Kategorien: Fallberichte

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Eingestellt am 10.10.2014

Kraniosakrale Therapie bei Pudel mit Krampfanfällen und Hyperaktivität
Andrea Häusler, TA

Vier Monate alter Zwergpudel. Zuckungen während des Schlafs, die sich im weiteren Verlauf zu Krampfanfällen mit Schaum vor dem Maul steigerten. Der Hund ist extrem hyperaktiv, läuft ständig herum, ohne sich ein einziges Mal zu setzen (über 15 Minuten). Dabei streckt er die Vorderbeine fast waagrecht nach vorne und rennt gegen Gegenstände. Er zittert ständig. Im Auto stößt er ständig gegen die Box. Sein Schwanz ist starr und völlig unbeweglich um 180 ° nach vorne gebogen. Die Wirbelsäule zeigt einen richtigen Buckel mit aufgezogenem Bauch. SHLPP – Impfung mit sieben und zwölf Wochen. Vier Mal Entwurmung.

1. Konsultation
Atlas-Occiput- Trennung und CV-4 – Technik war unmöglich, da der Hund ständig mit dem Kopf hin und her pendelte. Das einzige, was er tolerierte war die Schädeldachhaltung mit Flexions-Extensions-Prüfung. Dabei wurde er ruhiger. Danach konnte CV-4 angewendet werden. Dabei beruhigte sich der Hund immer mehr. Das Zittern hörte teilweise auf. Occiput-Release war jetzt möglich. Nach Halswirbel-Korrektur war das Zittern weg. Zusätzlich wurde mit Vit. B medikamentiert. Die Züchterin berichtete, dass sich sein Gang veränderte, im Schritt setzte er die Füße normal nach unten ab, nur im Trab streckte er die Beine immer noch waagrecht nach vorne. Er lief nicht mehr an Gegenstände, sondern war in der Lage, vorher abzubremsen.. Während der Heimfahrt stieß er nicht mehr gegen die Box. Seinen Schwanz brachte er jetzt schon ab und zu in die Waagrechte.

2. Konsultation nach 10 Tagen
Der Hund lief völlig koordiniert. Er hatte in der Zwischenzeit keinen Anfall gehabt. Er wedelte mit dem Schwanz, wie es sich für einen Hund gehört. Nur das Wegstrecken der Vorderfüße war noch vorhanden. Nochmal Occiput-Release. Unwinding des Zwerchfells. Dabei schob sich der Hund immer mehr zusammen, setzte sich, verkrümmte sich nach rechts und streckte das linke Hinterbein seitlich weg. Außerdem stieß er viermal in Abständen auf. Am Ende entspannte er sich wieder. Des Weiteren wurde noch die Duraschaukel angewendet, was ihm sichtlich wohl tat.

3. Konsultation eine Woche später
Die Protraktion der Vorhand war nach wie vor vorhanden, ebenso die Hyperaktivität und der Buckel. Entspannung des Zwerchfells, diesmal ohne Reaktionen. Brustbein-Korrektur. Behandlung der SSB-Läsionen: Flexion- Extension waren schwach, er tolerierte die Behandlung gut, ebenso Vertikal Strain, Torsion und Lateral strain. Side Bending nach rechts brachte den Pudel zum Zittern, wie bei der ersten Vorstellung. Beim Impuls nach rechts hörte das Zittern sofort wieder auf, allerdings fiel der Hund beim Überschreiten der Mitte vom Sidebending nach links in meine Hand. Das rechte Hinterbein schlug dabei aus. Der Pudel schlief ein und ich konnte die Sidebending –Korrektur beenden. Der Pudel schlief weiter völlig entspannt. Er musste geweckt werden und setzte sich danach von selbst hin, was bis dahin nie der Fall war.

4. Konsultation drei Wochen später
Die Hyperaktivität war vollkommen verschwunden. Das extrem weite Vorschwingen der Vorhand war jetzt lediglich noch beim langsamen Schritt zu sehen. Der Buckel hatte sich nicht verändert. Eine kuhhessige, säbelbeinige Stellung war jetzt erst jetzt auffällig, da durch das ständige umherlaufen das nicht aufgefallen war. Sedierung der Bauchmuskeln und Stärkung der Mm. Longissimus dorsi führte fast sofort zur Streckung des Rückens. Auch die Stellung der Hinterhand wurde besser.